Der folgende Guide soll eine Einstiegshilfe für alle Neulinge sein, die zum ersten Mal Diablo spielen und entweder noch nicht genau wissen, was der Barbar für eine Klasse ist, oder sich nicht entscheiden können welche Klasse sie spielen wollen. Wir wollen Euch daher einen Überblick mit Tipps und Ratschläge zu den Funktionen, Spielweisen, Mechaniken und Ressourcen geben und euch so die Wahl oder den Einstieg erleichtern.
Der Barbar ist ein Nahkämpfer und war bereits in Diablo 1 als „Warrior“ und in Diablo 2 vertreten. An seinem Spielkonzept hat sich seit dem nicht viel verändert – er gehört nach wie vor zu den wohl grobschlächtigsten Haudraufs in ganz Sanktuario. Eine große Änderung stellt jedoch die Möglichkeit dar, eine Barbarin spielen zu können. Wie bei allen Klassen gibt es nun nämlich sowohl einen weiblichen, als auch einen männlichen Vertreter der Alter-Ego’s. Überwiegend steht ein Barbar mitten im Gefecht und kümmert sich nicht allzu viel um den einen oder anderen Hieb, den er einstecken muss. Er teilt aber mindesten genau so gut aus. Als Nahkampfklasse hat er in Diablo 3 den Vorteil, dass er 30% weniger Schaden nimmt, als Fernkampfklassen. Das Benutzen von Bögen oder Armbrüsten ist ihm fremd – er setzt auf Schwerter, Äxte und Speere oder manchmal auch auf einen Schild. Wer als unerschrockener Nahkämpfer dem Gegner gerne Aug in Aug gegenübersteht und ungerne den Rückzug sucht sowie keine Scheu hat auch Treffer einzustecken, der wird mit dieser Klasse richtig liegen.
Für den Barbaren gibt es zwei Ressourcen, Leben und Wut.

Sofern die Lebensanzeige auf Null sinken sollte, verstirbt der Barbar und muss sein Glück vom letzten Speicherpunkt aus erneut versuchen. Je mehr Leben der Barbar hat, desto geringer ist die Chance, dass er stirbt. Anfangs beträgt sein Lebenspool 130 und gerade als Nahkämpfer ist er von enormer Bedeutung. Ein Barbar kann kaum zu wenig Leben haben, da er dies quasi ständig verliert. Er ist sehr auf diese Ressource angewiesen und kann sie auch kurzzeitig mit Heiltränken wieder auffüllen. Er kann aber auch Healthglobes einsammeln, die nach dem Töten von Gegnern auf dem Boden liegen und das Leben automatisch wieder auffüllen.

Wut (Fury) hingegen ist eine Ressource, mit welcher der Barbar Fähigkeiten benutzen kann wie beispielweise mächtigere Angriffe. Sie ist mit dem Mana aus Diablo 2 vergleichbar. Wut lässt sich durch den Einsatz von Fähigkeiten aufbauen (Furygenerator) und baut sich entweder durch das benutzen von Fertigkeiten (Furyspender) oder durch Zeitablauf langsam ab. Anfangs besitzt man einen Furypool von 100. Die Wut ist also eine Ressource, die immer im Gleichgewicht gehalten werden sollte um erfolgreich zu spielen. Im Gegensatz zum Leben, kann man sie jedoch nicht durch Tränke wiederauffüllen, dafür erleidet man aber auch keinen so großen Nachteil wie den Tod, wenn sie auf Null sinken sollte.
Attribute geben bestimmte Charakteristika des Barbaren wieder und sind in Diablo 3 in vier Kategorien eingeteilt:
Stärke ist das Primärattribut des Barbaren und erhöht pro Punkt den Schaden um 1% und den Rüstungswert um 1.
Geschicklichkeit erhöht die Ausweichchance des Barbaren.
Intelligenz sorgt für jeden Punkt um einen Anstieg der Widerstände um 0,1.
Vitalität gibt an wie groß unser Lebenspool ist. Pro Punkt in Vitalität erhöht sich der Lebenspool um 35 Leben.
Diese vier Attribute sind nicht wie in Diablo 2 frei verteilbar. Sie steigen automatisch mit jedem Levelaufstieg an. Anfangs startet der Barbar mit 10 Stärke, 8 Geschicklichkeit, 8 Intelligenz und 9 Vitalität. Pro erfolgreichen Levelaufstieg (Maximallevel ist Level 60) erhält der Barbar 3 Stärke, 1 Geschicklichkeit, 1 Intelligenz und 2 Vitalität dazu.
Für den Barbaren sind natürlich Stärke und Vitalität von enormer Bedeutung. Auf höherem Schwierigkeitsgrade werden auch Widerstände, also Intelligenz relevant. Jedoch sollte man bis dahin versuchen auf einen hohen Stärke- und Vitalitätswert zu kommen, da der Barbar so viel Schaden anrichtet, aber durch den erhöhten Rüstungswert auch weniger Schaden bekommt sowie durch viel Leben lange überleben kann.
Die Fertigkeiten eines Barbaren sind sehr vielseitig. Sie bestimmen sein Auftreten und die Spielweise am meisten. Generell gibt es zwei Kategorien von Fähigkeiten. Aktive Fertigkeiten und passive Fertigkeiten. Aktive Fertigkeiten müssen per Tastatur ausgeführt werden, wohingegen passive Fertigkeiten das Spielgeschehen indirekt beeinflussen und nicht ausgelöst werden können. Sie wirken halt im Hintergrund – ihr Nutzen ist jedoch nicht zu unterschätzen.
Bei den aktiven Fertigkeiten unterscheide man zwischen drei Kategorien: Zum einen solche die Wut generieren und zum anderen solche die Fury (Wut) verbrauchen. Daneben gibt es „neutrale“ Fähigkeiten, sogenannte Situationals, welche unabhängig von Wut ausgelöst werden könne. Einige Fähigkeiten haben einen Cooldown, andere wiederum nicht, sondern werden in ihrem Ausüben durch die vorhandene Wut beschränkt. Je mächtiger eine Fertigkeit ist, desto länger ist ihr Cooldown bzw. desto höher sind ihre Wutkosten. So kann es einen bis zu zwei Minuten andauernden Cooldown geben und Fertigkeiten, die bis zu 50 Wut kosten.
Im Gegensatz zu Diablo 2 kann man sich jedoch jederzeit umentscheiden und seinen Barbaren umskillen. Wem eine Fähigkeit nicht gefällt, oder wer nur mal etwas testen will, braucht bis auf einen kleinen Cooldown nach dem Skillwechsel keine Nachteile zu fürchten. Es ist daher nicht mehr möglich seinen Charakter zu „verskillen“, es entstehen viel eher unzählige Möglichkeiten der Fertigkeitenverteilung.

Bei der Wahl der Skillung ist darauf zu achten, dass man möglichst ausgeglichen skillt. Dabei kann die Voreinstellung von Blizzard, welche die Fertigkeiten in sechs Unterkategorien einteilen als Richtlinie für eine gute Ballance verstanden werden. Anfangs sollte man sich aus den Kategorien Primär, Sekundär, Verteidigung, Macht, Taktik und Wut je einen Skill aussuchen und dann mit den persönlichen Vorlieben abstimmen und mit mehr Erfahrung auch einige Skills aus den Kategorien komplett weglassen. Man sollte aber nie vergessen, dass man einen möglichst ausgeglichenen Build mit vielen verschiedenen Fähigkeiten braucht. So hat es sich fast eingebürgert, dass man einen Singletargetangriff, einen AoE-Effekt, einen Mobilityskill und einen defensiven Skill wählt. Sehr hilfreich zum Tüfteln ist der Fertigkeitenrechner.
Die Ausrüstung ist das A und O bei Diablo 3 und sorgt neben dem Langzeitspielspaß für das Bestehen der höchsten Schwierigkeitsstufen Hölle und Inferno. Kein Barbar wird es ohne Ausrüstung schaffen lange am Leben zu bleiben oder Gegner zu töten.
Wie bei jedem Charakter gibt es auch beim Barbaren verschieden Itemslots. Dabei ist es sehr ratsam alle Slots zu verwenden. Grundsätzlich sollte man sich solche Items suchen oder kaufen, die zu der Spielweise passen, mit der man gerade unterwegs ist. Besonders wichtig ist jedoch auch hier die Verstärkung der Hauptattribute Stärke und Vitalität. Waffen und Rüstungen sollten also neben einem hohen Rüstungswert bzw. Schadenswert auch einen Bonus zu Stärke oder Vitalität geben. Neben dem Levelaufstieg können diese Werte auch mit Edelsteinen (Gems) verbessert werden, sofern bereits sockelbare Ausrüstung gefunden wurde. Dabei gibt es für jedes Attribut eine Art von Edelsteinen, die diesen Wert erhöht. Es gibt Amethysten, Rubine, Smagragde und Topase. Gemäß den obigen Ausführungen sind Rubine und Amethysten immer eine gute Wahl um Gegenstände zu verbessern, da sie einen Bonus zu Stärke und Vitalität geben.
Sofern man viele Fähigkeiten verwendet, die ihren Schaden an Hand des Waffenschadens skalieren, sollte man eine langsamere aber dafür stärkere Zweihandwaffe verwenden. Wer gerne schnell zuschlägt, profitiert mehr von zwei Einhandwaffen. Und wer eher defensiv spielt, sollte über ein Einhandwaffe und ein Schild nachdenken. Der Barbar kann als einzige Klasse eine besondere Waffengattung, die mächtigen Waffen, tragen. Allgemein ist jedoch bei der Waffenwahl zu sagen, dass die unterschiedlichen Waffenkategorien nur geringe Unterschiede ausfweisen, die sich meistens nur im Angriffshäufigkeit und Schaden wiederspiegeln. Ob ihr nun eine Axt oder ein Schwert nehmt, ist euch überlassen, solange sie die gleichen DPS (Damage per Second) anrichten.
Bei den Begleitern gibt es zwei verschiedene Möglichkeiten. Erstens kann man mit Freunden oder anderen Battle.net-Usern zusammenspielen. Zweitens kann man sich auch einen vom Computer gesteuerten Begleiter wählen. Sofern ihr mehr als zwei Spieler seid, fällt diese Möglichkeit jedoch weg. Bei den NPC-Begleitern stehen der Templer (ein Nahkämpfer) ab Anfang des ersten Aktes, der Schurke (ein Fernkämpfer) ab Mitte des ersten Aktes und die Verzauberin ab Anfang des zweiten Aktes zur Auswahl. Hervorzuheben ist dabei der Templer, der über gute Heilfähigkeiten verfügt und eine ideale Ergänzung für offensiv spielende Barbaren ist, da er in der ein oder anderen knappen Situation hilfreich zur Seite steht. Der Schurke empfiehlt sich für den defensiven Barbaren, da er mehr Schaden austeilt und er von einem defensiv spielenden Barbaren mit verteidigt werden kann.
Sofern man mit Freunden oder anderen Battle.net-Usern in einem öffentlichen Spiel spielt, muss man bedenken, dass der Barbar auch über die ein oder andere Fähigkeit verfügt, die sich günstig auf die Partymitglieder auswirkt wie beispielsweise Drohruf oder Kriegsschrei. Nichtsdestotrotz ist der Barbar natürlich auch alleine spielbar. Aber gerade mit mehreren Spielern zeigt sich häufig sein Potential als Tank, der als „Puffer“ zwischen den Gegnern und den Partymitglieder steht, in erster Reihe kämpft und die Monster beschäftigt, während die anderen Mitspieler aus der Distanz versuchen die Gegner zu erledigen.
Die Spielweise variiert natürlich sehr stark mit den verwendeten Fähigkeiten, sodass es niemals die eine Spielweise gibt. Jedoch lassen sich unterschiedliche Spieltypen (ohne Anspruch auf Vollständigkeit) herausarbeiten:
- Tank-Barbar: Ein Barbar mit starken Rüstungswerten und einem Schild, der die Gegner an sich zieht und von den anderen Partymitgliedern (die mehr Schaden anrichten) fernhält. Er hat einen geringeren Schadenswert, überlebt dafür aber lange und setzt Skills ein, welche die Gegner bewegungsunfähig machen, zurückstößt oder verlangsamt.
- Throw-Barbar: Dieser Barbar wirft Äxte oder zieht Gegner nach einem Wurf an sich heran. Er ist ein etwas untypischer Barbar, da er aus der Entfernung zuschlagen kann, ohne dem Gegner direkt ausgeliefert zu sein.
- Frenzy-Barbar: Ein Barbar, der mit enorm schnellen Schlagkombinationen dem Gegner viel Schaden in kurzer Zeit zufügt und immer in der Mitte des Kampfes ist. Häufig benutzt er Einhandwaffen und wird sehr offensiv gespielt.
- AoE-Barbar: Dieser Vertreter setzt alles auf AoE-Attacken und versucht seinen Angriffen einen großen Wirkbereich zu geben um möglichst viele Gegner auf einmal zu treffen. Bei größeren Gegnermengen fühlt er sich wohl und wird oft mit mächtigen Zweihandwaffen gespielt.
Der Barbar ist also ein außerordentlich variabler Nahkämpfer, der sehr individuell geskillt werden kann und verschiedenste Einsatzmöglichkeiten hat. Ob alleine oder in der Party – der Barbar überzeugt durch sein Standvermögen und ist der richtige Charakter für alle diejenigen, die eine gelungene Mischung auf Offensive und Defensive spielen wollen. Wer sich gerne im Nahkampf aufhält und nicht viel ausweichen und aus der Entfernung attackieren möchte, hat mit dem Barbaren den richtige Charakterklasse zur Hand.
Wer weitere Inspiration braucht oder auch einfach nur auf neue Ideen und Spielweisen kommen möchte, der findet in der Guide-Sektion bei offizielle Arreat.de Guides und Userguides eine Menge anschaulicher Builds mit ausführlichen Diskussionen zur Funktion, Spielweise und den verwendeten Fertigkeiten.








