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Diablo 3: Interview mit einem Botter

Geschrieben von xmcx - am 17.06.2013 - 19:46 Uhr
Diablo 3: Interview mit einem Botter

In unserer neuen Interviewreihe möchten wir euch in Zukunft Spieler, Streamer und Persönlichkeiten der Diablo 3 Community vorstellen. Wer steckt dahinter, was sind die Erfolgsrezepte? Bei uns erfahrt ihr die Hintergründe. Heute widmen wir uns einem sehr heiklen Thema: dem Botting oder Botten! Dazu haben wir uns mit einem langjährigen Botter getroffen!


1. Hallo erstmal. Wie du sicherlich weißt, stößt Botten in der Community nicht auf all zu viel Gegenliebe und genießt einen schlechten Ruf. Daher werden das folgende Interview  anonymisieren und dich mit “B.” ansprechen. Magst du dich kurz vorstellen und sagen wie du zu Diablo 3 gekommen bist?

“Hey, ich bin B., bin 27 Jahre alt und spiele seit ca. 8 Jahren MMOs. Ich verbringe sehr viel Zeit, also fast jede freie Minute, mit Computerspielen und sitze jeden Tag ca. 8 – 14 Stunden vor der Rechner. Angefangen zu spielen habe ich mit Diablo 2, dann mit Diablo 2 Hardcore und schließlich bin ich zu Diablo 3 gekommen. Da ich die Vorgänger kannte und sie gut fand, war es für mich klar, dass ich auch D3 spielen werde.”

2. Einige unserer Leser haben noch nichts von Botting gehört. Kannst du, ohne ins Detail zu gehen, beschreiben was es bedeutet?

“Im Prinzip lässt man eine virtuelle Maschine laufen, einen Roboter (kurz: Bot), der das Spiel für einen spielt und farmt. Er macht einfach keine Pause, keine Fehler und  hilft einem Gegenstände, Gold oder Erfahrung zu bekommen. Dabei kann man genau einstellen, was der Bot machen soll. Er logt sich beispielsweise selbst wieder nach einem Disconnect ein, Verkauft oder zerlegt Gegenstände beim NPC, er craftet Gegenstände selbst und man kann ihm sogar sagen, welche Items (nach der Qualität) er aufsammeln oder liegen lassen soll. Bots spielen einfach besser als ein Mensch. Ich habe nach längrem Zuschauen einmal versucht gegen einen meiner Bots ein Wettrennen zu machen – aber man hat nicht den kleinsten Hauch einer Chance.”

3. Wie bist du zum Botten gekommen? Und was ist dein Ziel dabei? Gibt es finanzielle Gründe?

“Ich habe schon früher in WoW gebottet und so Ehre gefarmt. Doch in Diablo 3 spielte ich anfangs ohne Bots. Im Prinzip fing alles erst mit dem Echtgeldauktionshaus an. Ich habe kurz nach dem Release des Spieles viel Geld im Echtgeldauktionshaus ausgegeben. Für ca. 400 – 500 € habe ich meinen Dämonenjäger ausgerüstet. Doch dann kam zwei bis drei Tage später der Attackspeed-Nerf und ich habe auf den Schlag nur noch 50% meines Schadens gemacht. Das war natürlich richtig ärgerlich, da ich nur in Krit. oder Krit-Schaden hätte investieren müssen. Aber so ist das eben. Auf jeden Fall hatte ich keine Lust mehr auf das Spiel und habe aufgehört. Nach kurzer Zeit fing ich dann wieder an und hört genau so schnell wieder auf, da mit der Spielspaß einfach fehlte. Eigentlich war es eine Trotzreaktion, wegen der ich mit dem Botten anfing. Und auch wenn es für manche komisch klingt: Ich habe erst wieder nach dem Botten Spaß am Spiel gehabt, da ich endlich weiter kommen konnte, Erfolg hatte und tolle Items besaß. Finanzielle Gründe hatte ich dabei nie verfolgt. Ich habe mit bis jetzt keinen einzigen Cent auszahlen lassen – Geld spielt für mich ohnehin nicht so eine große Rolle.”

4. Das klingt wirklich nach einem größeren Aufwand, den du betrieben hast. Kannst du uns vielleicht ein paar Zahlen und Fakten zum Botten nennen?

“Ja klar! Insgesamt hatte ich 9 Bots am Laufen. 8 davon konnten MP 6 farmen mit ca. 250k DPS, einer farmte auf MP 7. Ich habe es dabei mit allen Klassen versucht, aber keine war so effektiv wie mein Wirbelwindbarbar. Natürlich muss man alle Bots ausrüsten, was sehr teuer ist. Und obwohl ein Computer spielt, können die Bots nicht so hohe MP farmen wie ein Mensch. Dann sterben sie zu häufig. Anfangs spielte ich zwei Monate mit 3 Bots, später mit 9 Bots.
Insgesamt hatte ich also alleine 240 € für die Bots ausgegeben und dann musste ich nochmal die ganzen Diablospiele für ca. je 30 €, also zusammen 270 €,  kaufen. Da es zudem ein gerichtliches Verbot gibt, die Bots in Deutschland zu verkaufen, musste ich mir auch noch VPN-Zugänge besorgen und habe dafür auch nochmal 80 € ausgegeben. Und dann braucht man auch noch die entsprechende Hardware. Meine Bots liefen über 3 Rechner. Diablo schluckt einfach zu viel Systemressourcen und ist ein sehr anspruchsvolles Spiel. Da kann man nicht alle 9 Bots auf einem Rechner laufen lassen. Insgesamt habe ich nur für das Botten ca. 1000 € investiert. Neben meiner wirklich sehr guten Ausrüstung – mein Hauptcharakter macht unbuffed über 400k DPS – habe ich alles, was ich mir erbottet habe, in Ingamegold auf meinem Acoount liegen. Das dürften so um die 600 € Battle.net-Guthaben sein. Davon habe ich mir jedoch bis jetzt nichts auszahlen lassen. Man kann aber in zwei Monaten um die 50.000.000.000 (50 Milliarden) Gold bekommen, wenn man sich wirklich um die Bots kümmert und sie viel laufen lässt. Ich, bzw. meine Bots, haben schon drei Mal ein Mempo mit über 5% Krit.-Chance gefunden, was natürlich entsprechend mehr Gold brachte. Ansonsten kann man mit einem Bot in 24 Stunden nur durch den Verkauf von Items an den NPC und das Aufsammeln von Gold ca. 50 Millionen Gold bekommen.”

5. Hattest du keine Angst erwischt zu werden? Wie schützt du deine Bots?

“Am Anfang war ich noch vorsichtig und habe nicht mit meinem Wirbelwindbarbar (Hauptcharakter) gebottet. Doch dann habe ich gemerkt, dass Blizzard einfach nichts gegen Botter unternimmt. Ich habe eine Woche lang mit allen meinen Charakteren einen Bot von mit reported, also insgesamt mit 63 Meldungen. Zudem bat ich auch Freunde darum einen bestimmten Charakter zu melden. Doch bis heute ist nichts passiert. Es ist lächerlich was Blizzard vorgibt gegen Botter zu unternehmen. Ich habe diesen einen Bot wirklich 24/7 laufen lasen – ohne Pause. Aber bis heute ist keiner von meinen Bots gebannt worden. Wirklich schützen muss man die nicht. Man kann die so einstelen, dass sie sich selbst ausloggen, ab und an mal einen Skill ändern oder während des Runs die Route leicht variieren und die Gebiete in einer anderen Reihenfolge oder zusätzliche Dungons mit abfarmen. So verschleiert der Bot quasi sein Dasein und gibt vor ein Mensch zu sein. Darüber hinaus kann der Bot auch vorgefertigte Textnachrichten an andere Bots schreiben und macht währenddessen Spielpausen.”

6. Mittlerweile ist die Wirtschaft in Diablo ja sehr instabil geworden und viele Spieler geben dafür den Bottern die Schuld. Was sagst du dazu? Glaubst du etwas Unrechtes zu tun?

“Blizzard macht sich das Spiel selbst kaputt! Mir wurde das Spiel am Anfang von Blizzard durch den Nerf kaputt gemacht. Und wenn ich mir dann die Auswirkungen des Echtgeldauktionshauses anschaue oder den Golddupe aud den US-Servern, sollte Blizzard die Fehler bei sich suchen.
Ich weiß, dass ich schummel. Aber ein schlechtes Gewissen habe ich deswegen nicht. Wenn ich mir den Anfang meiner Diablospielzeit angucke ist das nur fair. Und wenn Blizzard nichts gegen das Botten unternimmt…” [haben sie selbst Schuld]. (Ergänzung der Redaktion)

7. Spielst du neben dem Botting noch “normal”? Was wünscht du dir für zukünftige Patches?

” Ja klar spiele ich noch normal. Und das macht mir auch Spaß! Mit meinem 400k DPS Barbaren hat man viele lustige Momente. Bezüglich der Änderungen fällt mir nur ein verbessertes Chatsystem ein. Da gibt es noch Luft nach oben.”

8. Hast du mittlerweile alle deine Ziele in Diablo erreicht? Und wirst du weiterspielen?

“Ich glaube selbst mit Botten kann man nicht alles in Diablo erreichen. Einige Gegenstände sind selbst bei mir nicht gedroppt. Ich habe anfangs mal das Ziel verfolgt zu gucken, wieviel Gold man haben kann. Aber dann kam die offizielle Meldung, dass es nach oben keine Grenze gibt und dann habe ich halt so weiter gespielt. Momentan bruache ich aber Abwechsleung. Ich spiele zur Zeit League of Legends und Guild Wars 2. Allerdings benutze ich dort keine Bots. Bei League of Legend gibt es zwar Bots zum Farmen von Einflusspunkten, aber die sind richtig mies und verärgern die anderen Spieler nur. Und bei Guild Wars habe ich keinen Drang zum Botten. Das Spiel ist nicht so stark auf Gegenstände fixiert wie Diablo. Man braucht dort mehr Skill. Trotzdem werde ich weiterhin Diablo spielen.”

 

7 Kommentare

  1. Laudusau 17/06/2013 at 20:30  (Antworten) -

    Interview mit einem Botter? Erbärmliche Zustände bei den Chinafarmern? Da hättet ihr doch einfach mal einen von Randyrun interviewen können, oder? ;)

  2. daddls 17/06/2013 at 22:25  (Antworten) -

    Naja aber nachvollziehen kann man seine Handlungsweise schon, schliesslich hat Blizzard durch den IAS Nerf damals sein ganzes Gear instant geschrottet und er holt sich eigendlich durch das Botten nur das zurück was ihm rechtmäßig gehört, nämlich ein starkes Gear wofür er mal 500 Euro investiert hat.

    Ich hätte des genauso gemacht.

    Nur hätte ich niemals 500 Euro in Gear bzw nochmal 1000 Euro in ne ganze Bottermaschinerie gesteckt, das wäre mir dann doch zu viel.

  3. ares 18/06/2013 at 08:52  (Antworten) -

    Offensichtlich hat er nicht so die Ahnung. Allein die Aussage: “Bots spielen einfach besser als ein Mensch.” revidiert er quasi damit das er sagt, dass er die MP runterstellen muss damit die Bots nicht sterben.

    Auch die Aussage das Blizzard nichts gegen Botter tut ist falsch. Er benutzt ja offensichtlich Demonbuddy, dessen Forum auch mit Banreports gefüllt ist. Aber das wird er früher oder später schon merken…

    Viel interessanter wären übrigens Informationen gewesen wie: Kills/h, XP/h, Gold/h, eHP von den Bots, Death/h
    Ein bisschen Info halt und nicht nur leere Phrasen die jeder so Behaupten kann.

  4. xmcx 18/06/2013 at 14:15  (Antworten) -

    Hey ares,
    die Aussage mit “Bots spielen besser” musst du eher in dem Kontext sehen, dass sie effektiver spielen als ein Mensch und nicht in dem Sinne, dass sie höhere MP spielen.

    In dem Text sind einige deiner Anmerkungen paraphrasiert enthalten (ich wollte keinen zusätzlichen Zahlen in den eh schon langen Wall of Text hauen, das schreckt eher ab)…ich kann sie dir aber (soweit bekannt) auflisten:

    – Death/h: auf MP 6 annähernd 0 (das war quasi Ziel)
    – Gold/h: 50 Millionen durch Verkauf an NPC und Aufsammeln in 24h also etwas mehr als 2 Millionen pro Stunde (den Verkauf wertvoller Itemsim AH nicht mit einbezogen)
    – XP und Kills pro Stunde konnt er nicht genau sagen (die Bots liefen alle woanders, loggen sich zum Teil selbst aus, liefen zu unterschiedlichen Zeitpunkten mit unterschiedlichem Patchstand und daher auch anderen HP und XP-Verhältnissen der Monster, etc… sodass da zuviele Faktoren sind, die das Ergebnis beinflussen)
    – eHP: über 300k, der Barbar auf MP 7 hatte aber mehr, wenn ich mich recht erinnere

  5. Stahlmichel 18/06/2013 at 18:34  (Antworten) -

    Wer Botten will tut es und wer es nicht will lässt es. Es ist ein Spiel und jeder spielt es so wie er es will. Iich selber Botte nicht und habe auch noch nie gebottet kenne aber 2 Personen aus meinem Freundeskreis die das ne Zeit lang gemacht haben und nichts ist passiert. Es kam kein Bann oder ähnliches obwohl genau wie bei unserem Interviewten “B” der Bot 24/7 gelaufen ist aber ohne irgendwelche Routen zu varieren oder Textnachrichten zu verschicken.. Und so wie der Herr “B” es geschildert hat, das er seine Bots sogar selbst reported hat und nichts passiert ist, so ist es leider auch Alltag bei Blizzard. Blizzard tut nichts oder wenn dann gibts mal eine kleine Bannwelle das wars. Der großteil macht dann weiter wie gehabt. Das die Botter die Wirtschaft kaputt gemacht haben sehe ich auch nicht. Alleine durch die Botter kam viel Gold in Umlauf womit mehrere Leute auch viel Gold hatten und somit konnte man seine gefundenen Items auch für mehr Gold im AH verkaufen. im Endeffekt kam man ohne zu Botten auch zu mehr Gold alleine durchs verkaufen oder Itemflippen oder Itemsnipen. Wodurch die “Wirtschaft” in Diablo 3 meiner Meinung gelitten hat ist die aktuelle Situation. Alle machen Paragon Runs um bessere Items zu finden die man für viel Gold verkaufen kann. Fast alle wollen MP10 spielen dfafür brauchen sie natürlich besserer Items oder Bestmögliche Items. Durch das ständige gehandel der gefunden Items aufm Weg zu Para 100 haben einige Leute viel Gold angehäuft mit dem sie easy 100 Millionen oder noch mehr pro item ausgeben können. Der Verkäufer denkt sich 100 Millionen verdient das nächste item stelle ich dann auch für 100 Millionen oder mehr rein. Andere nehmen sich daran ein Beispiel und schon gibts von fast allen die dicken Preise weils ja anscheinend normal ist für solch ein Item so einen Preis zu verlangen. Ich meine gute Items haben natürlich ihren Preis aber was machen Leute die jetzt gerade D3 neu Installieren nichts haben und nen Blick ins AH werfen? Entweder sie fallen vom Stuhl bei den Preisen oder nehmen Echte Euros in die Hand und kaufen sich Gold, womit sie bei der letzten Möglichkeiten ja schon wieder die aktuellen Preise akzeptieren. Der nächste einbruch der Itempreise wird beim Addon kommen wenn alle die neuen Best in Slot Items haben wollen und der für uns gerade aktuell Kram nicht mehr soviel Wert ist.

  6. Ubeydullah 30/06/2013 at 07:03  (Antworten) -

    unglaublich cool was dieser kerl da macht ich würde das gleiche machen wenn ich es könnte doch kann ich es nicht. Das ist einfach cool mit game Geld verdienen und dabei nicht mal viel zeit investieren.

    heirate mich herr b

  7. Lisa 30/06/2013 at 07:08  (Antworten) -

    ich kann meinen Vorredner ubeydullah nur recht geben dieser man ist einfach nur gerissen. Ich finde es überhaupt nicht schlimm das er booten tut denn wiso seine Möglichkeiten nicht nutzen finde diesen kerl einfach nur sexy.

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